Interview mit Peter Wynhoff

Zehn Jahre lang spielte Peter Wynhoff für Borussia Mönchengladbach und absolvierte in dieser Zeit 277 Spiele für die Elf vom Niederrhein. Seinen größten Erfolg feierte er 1995 mit dem DFB-Pokalsieg im Berliner Olympiastadion. Mit der Weisweiler Elf wird er zum ersten Mal beim Budenzauber Emsland auflaufen. 

Peter, die Weisweiler Elf ist durch den Turniersieg beim Finale der Budenzauber-Serie im vergangenen Januar in Berlin bereits für das AOK Traditionsmasters 2018 qualifiziert. Dementsprechend locker könnt ihr beim Budenzauber in der EmslandArena auftreten, oder?

Wir gehen immer locker in ein Turnier, da wir auch immer eine sehr gute Truppe zusammenhaben. Und natürlich wollen wir auch hier gewinnen und nicht gleich nach der Vorrunde nach Hause fahren.

Der Titel ist also euer erklärtes Ziel?

Natürlich. Ich glaube, dass wir immer zu den Favoriten gehören, auch wenn wir in einer sehr starken Vorrundengruppe starten.

Du sprichst es an. Mit Schalke und Werder erwarten euch gleich zu Beginn zwei Schwergewichte im Traditionsfußball. In Krefeld und Dortmund habt ihr bei sechs Teilnahmen immer die Gruppenphase überstanden. Wie schätzt du eure Vorrundengegner ein?

Beide Teams zählen für mich zu den Favoriten. Die Bremer haben immer eine sehr starke und auch bekannte Mannschaft. Deswegen hat es mich letztes Jahr auch sehr überrascht, dass der VfL Osnabrück das Finale für sich entscheiden konnte. In Berlin hatten wir dann allerdings keine Probleme mit dem VfL.

Du hast also keine Bedenken, dass nach der Vorrunde bereits Schluss sein könnte?

Das glaube ich nicht. Die müssen sich mehr Sorgen machen als wir. Beide Teams wollen nach Berlin und wir sind schon qualifiziert und können befreit aufspielen. Aber klar, in dieser Gruppe kann es am Ende jeden erwischen.

Mit fünf Turniersiegen in Dortmund, Krefeld und Berlin und dem bestem Punkteschnitt zählt die Weisweiler Elf zur stärksten Mannschaft der Budenzauber-Serie. Was macht euer Team eigentlich so stark bzw. worin liegt euer Erfolgsgeheimnis?

In der Halle ist es natürlich sehr wichtig, dass alle auf dem Feld mitmachen und nicht ein oder zwei Spieler vorne stehen bleiben. Dann hast du einfach keine Chance. Das war zum Beispiel unser Problem vor zwei Jahren in Krefeld, als uns der MSV im Halbfinale bezwungen hat. Wir waren dort fußballerisch die beste Mannschaft, hatten aber das Problem, dass Mike Hanke und Andriy Voronin das erste Mal für uns aufliefen und öfters vorne stehen blieben. Die Duisburger haben uns dann einfach ausgekontert. Alle auf dem Platz müssen vorne wie hinten mitarbeiten.

Gibt es noch weitere taktische Dinge die ihr vor den Turnieren in der Kabine besprecht?

Eigentlich nicht. Natürlich machen wir eine Aufstellung und legen fest wer mit wem wechselt. Wie lange man auf dem Platz steht muss jeder für sich selbst entscheiden. Mittlerweile sind wir ja auch alt genug um das richtig einschätzen zu können.

Habt ihr Spieler in eurem Kader die du als Hallenspezialisten bezeichnen würdest?

Wir haben wirklich viele gute Jungs, die in der Halle spielen können. Chiquinho ist natürlich sehr stark. Wenn er fit ist, ist er vorne sehr schwer aufzuhalten. Peer Kluge wird uns auch verstärken, er gehört ja noch zu den jungen Spielern und ich inzwischen zu den älteren (lacht).

Wie schon erwähnt, geht ihr am 06.01.2018 als aktueller Titelträger in das AOK Traditionsmasters in Berlin. Welchen Stellenwert hat das Finale für die Weisweiler Elf?

Das ist natürlich ein riesen Turnier und das Größte in Deutschland. Mit der Übertragung auf SPORT1 erhöht sich der Stellenwert noch einmal, das gilt ja auch für den Budenzauber Emsland. Alle Jungs die dort spielen können sind immer sehr motiviert und freuen sich drauf. Leider kann ich im Januar nicht dabei sein, da ich zu dem Zeitpunkt beim Golfturnier von Jörg Wontorra in Marbella bin. Da musste ich mich zwischen einem Tag Fußball in Berlin oder sechs Tagen Golf bei bestem Wetter entscheiden (lacht).

In deiner aktiven Profizeit spieltest du nach zehn Jahren in der ersten Mannschaft und zwei Jahren bei Fortuna Köln und dem Rheydter SV auch noch fünf Jahre für die zweite Mannschaft der Borussia. Warum hast du dem Verein solange die Treue gehalten und was macht den Club so besonders für dich?

Wahrscheinlich weil ich gute Arbeit geleistet habe und der Verein mich nicht gehen lassen wollte. Ich hatte ja einmal die Chance nach Schalke zu wechseln und dann hat Rolf Rüssmann unser damaliger Manager gesagt, dass ich unverkäuflich sei. Den Verein macht natürlich das sehr familiäre Umfeld aus, ich fühle mich einfach sehr wohl dort. Auffällig ist ja auch, wie viele Spieler nach ihrer aktiven Karriere immer noch rund um Mönchengladbach wohnen, obwohl sie damals aus ganz anderen Ecken gekommen sind. Davon profitieren wir jetzt auch in der Weisweiler Elf.

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