Interview mit Holger Wehlage

Aus Meppen zum Doublesieger – Holger Wehlage ist genau das in der Saison 2003/2004 gelungen. Der gebürtige Emsländer durfte sich als Spieler von Werder Bremen am Ende des Jahres sowohl über die Deutsche Meisterschaft als auch über den DFB-Pokal führen. Insgesamt bestritt der mittlerweile 40-Jährige 14 Bundesligaspiele, in denen er ein Tor erzielte. Dazu kamen 118 Spiele in der zweiten Liga. Beim Budenzauber in Lingen wird Wehlage wie schon in den Vorjahren für Werder die Fußballschuhe schnüren.

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Herr Wehlage, nach einem zweiten und einem ersten Platz lief es für Werder bei der letzten Auflage nicht rund. Schon in der Vorrunde war Schluss – wie sieht denn die Zielsetzung dieses Mal aus? 

Im letzten Jahr gab es mehrere Gründe, warum es nicht geklappt hat. Wir fahren da natürlich hin, um gewinnen zu wollen und uns für das Endturnier zu qualifizieren. Da waren wir ja vor zwei Jahren schon und das hat einfach Spaß gemacht.

Was macht den Reiz des Turniers aus?

Die Turnierserie wird gerade im Emsland ja richtig gut angenommen, wie auch die Zuschauerzahlen zeigen. Dazu trifft man immer viele alte Weggefährten und Kollegen – das ist natürlich immer schön.

Und als gebürtiger Emsländer macht es umso mehr Spaß in die alte Heimat zurückzukehren?

Ich bin ja schon noch häufiger im Emsland, weil meine Familie hier lebt. Aber natürlich lässt sich sowas dann damit verbinden, dass man alte Freunde trifft oder für sie Karten organisiert. Das ist einfach eine gute Sache und ich freue mich darauf, die ganzen Leute zu sehen.

In ihrer aktiven Karriere kamen Sie zumeist mit viel Tempo über die rechte Außenbahn. Ist das in der Halle von Vorteil?

Ich habe da natürlich auch immer meine Historie mit insgesamt vier Beinbrüchen im Hinterkopf. Klar werden flinke und quirlige Spieler in der Halle bevorzugt, aber soviel ist da auch bei mir nicht mehr übrig geblieben (lacht).

Nicht viele ehemalige Fußballer können von sich behaupten, das Double gewonnen zu haben. Auch wenn Sie in der Saison nicht allzu oft zum Einsatz kamen, ist das in der Nachbetrachtung das Highlight der Karriere?

Das war natürlich ein Erlebnis und hat total geprägt, Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein. Ich war immer im Kader und hatte den ein oder anderen Einsatz – aber hatte eben auch meine Verletzungshistorie. Solche Titel nimmt einen keiner mehr. Für mich hat allerdings der Aufstieg 2001 mit St. Pauli einen ähnlichen Stellenwert. Dort war ich Stammspieler und habe insoweit auf mich aufmerksam gemacht, dass Werder mich verpflichtet hat – obwohl mein Bein damals auch gebrochen war.

Sie treffen dieses Jahr in der Vorrunde auf Twente Enschede und den Hamburger SV. Mit den Stationen Werder und St. Pauli in der Vita – ist da die Motivation gegen den Rivalen aus dem Norden extra hoch?

Ach das Turnier steht unter dem Begriff, Spaß zu haben. Solche Dinge werden nicht mehr so heißgekocht wie während der aktiven Zeit. Wir sind alle älter geworden und jeder will heile nach Hause kommen. Es ist wichtig, dass wir den Zuschauern etwas bieten und dem Namen ‚Budenzauber‘ gerecht werden.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Hannoveraner Marco Dehne leiten sie in Braunschweig heute eine SoccerArena. An welche Zielgruppe richtet sich die?

Eigentlich an alle. Unsere Plätze können natürlich auch von Freizeitkickern gemietet werden, aber gleichzeitig bieten wir auch eine Fußballschule an, in der wie junge Talente fördern und verbessern wollen. Einige Spieler, die bei uns waren, spielen jetzt auch schon bei Eintracht Braunschweig oder dem VfL Wolfsburg. Zudem machen wir da auch viele soziale Sachen, so haben wir zum Beispiel Gehörlose und Blinde trainiert.

2009 waren sie bereits Cheftrainer beim BSV Ölper. Ist eine „normale“ Station als Trainer im Herrenbereich für Sie weiterhin eine Option?

Mir macht die Arbeit mit den Jugendlichen derzeit viel Spaß. Aber man weiß ja nie, was da noch kommt. Ich bin da völlig entspannt und werde bei gegebenem Zeitpunkt sicherlich bereit sein.

Interview: Hendrik Niebuhr

Unbenannt

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